Was hört man Neues von den “Alten”?

Gastbläser bei Blech inTakt:

Eine schöne musikalische Saison, ein Probenwochenende und ein großes Konzert, die in Erinnerung bleiben


Von meinem Dienstherrn, dem Bundesministerium der Finanzen in Berlin, wurde ich im November 2017 für ein Jahr an die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn entsandt. Interessant zwar schon, aber die Aussicht auf ein Jahr leben aus dem Koffer und mit auf Eis gelegten sozialen Kontakten schien auch nicht uneingeschränkt die reinste Freude zu verheißen. Nach drei Monaten im Hotel und bei Freunden im Taunus fand ich für den Rest des Jahres eine dauerhafte Unterkunft in Bockenheim, wo ich im Gemeindebrief den Hinweis auf Blech inTakt fand. Ich merkte auf. In Berlin spiele ich seit Jahren Posaune in einem Blasorchester und hatte davor auch einige Erfahrung in kirchlichen Posaunenchören gesammelt. Musik zum Lobe Gottes hat mir immer Freude gemacht und der Seele gut getan.

Schnell war der Entschluss gefasst, Kontakt aufzunehmen. Meine Anfrage an das Ensemble, ob man bereit wäre, einem Gastbläser, der an den Wochenenden nach Hause zu seiner Frau fährt, für einige Monate musikalisches Asyl zu bieten, wurde schnell und freundlich einladend beantwortet. Sich dann aber tatsächlich aufzuraffen und zur Probe zu wagen, war nicht so leicht, wie gedacht. Vielleicht wäre es gar nicht dazu gekommen, hätte K. nicht wiederholt nachgefragt, wann ich denn endlich kommen würde.

Dem freundlichen Drängen konnte ich nicht lange widerstehen, gab mir einen Ruck und machte mich auf zur Mittwochsprobe. Ich sollte es nicht bereuen, ganz im Gegenteil. Mit die besten Erinnerungen an meine Zeit in Bockenheim sind mit Blech inTakt verbunden. Ich traf auf eine ungemein freundliche und zugewandte Musiker- gemeinschaft, wo ich mich sofort wohl und gut aufgenommen fühlte und mich gleich zur zweiten Posaunenstimme gesellen durfte.

Das war keinesfalls selbstverständlich. Als musikalische Verstärkung konnte ich nämlich nicht unbedingt gelten. Ich musste erst das Repertoire kennenlernen, die Posaune war kein Mangelinstrument im Chor und als Wochenendpendler würde ich kaum bei den zahlreichen Auftritten in Gottesdiensten, Gemeindefesten und bei anderen Anlässen mitwirken können. Tatsächlich habe ich deswegen aber nie irgendwelche Vorbehalte gespürt, sondern mich die ganze Zeit integriert gefühlt.

Und ich habe gestaunt – über die Größe des Orchesters (die Posaunenchöre, die ich bisher kennen gelernt hatte, waren viel kleiner), den guten Probenbesuch, die ausgezeichnete Organisation mit vorbildlicher Notenpflege, mit zuverlässiger Organisation und Vorbereitung von Auftritten und Unternehmungen und vor allem über das hohe musikalische Niveau. Ich musste mich richtig anstrengen. Aber umso mehr machte das gemeinsame Musizieren auch Spaß. Mit N. hat der Posaunenchor einen hervorragenden Kirchenmusiker als Leiter, und wenn er erst später dazukommen oder auch einmal gar nicht kommen kann, habe ich aus den Reihen des Chores mindestens drei Musiker erlebt, die ohne weiteres einspringen können.

Das Herbstkonzert in der evangelischen Kirche St. Jakob in Bockenheim erschien mir eine gute Gelegenheit, meine Zeit in Bockenheim mit einem echten Höhepunkt würdig abzuschließen und dem Orchester auch musikalisch durch den eigenen Beitrag etwas zurückzugeben. Gut möglich, dass es gelungen ist. Ich selber habe jedenfalls die allerbesten Erinnerungen daran, und einige Konzertbesucher, die ich werben konnte, ebenfalls.

Zunächst aber hieß es, sich intensiv vorzubereiten. Es war für mich klar, deswegen am intensiven Probenwochenende in Limburg an der Lahn teilzunehmen. Auch wenn ich zwischendurch meinte, bei N. die Besorgnis zu spüren, ob wir uns nicht doch zu viel vorgenommen hätten, hatten wir am Ende durch harte Arbeit im bischöflichen Priesterseminar doch richtig viel geschafft. Und trotzdem hatten wir auch Spaß gehabt: musikalisch und in einem traditionsreichen Limburger Altstadtgasthaus.

Es kam der 21. Oktober heran und es wurde ernst. Meine Frau reiste an, ebenso mein Bruder mit meiner Mutter aus der Gegend um Sinsheim im Kraichgau. Dazu konnte ich eine alte Schulfreundin gewinnen, die im Großraum Frankfurt lebt und meine sympathische Bockenheimer Zimmerwirtin. Ich hatte also eine spürbare persönliche Rückendeckung im Publikum platzieren können.

Schon beim einleitenden Stück hatte ich das Gefühl, es würde ein gutes Konzert. Es wurde ein großes. Ich glaube, viele haben es so empfunden. Dementsprechend wurde noch beim Ausklang des Abends in Ginnheim, zu dem ich noch stoßen konnte, nachdem ich meine Gäste verabschiedet, Richtung Autobahn geschickt und zum Bahnhof gebracht hatte, der Entschluss gefasst, das Konzert zu wiederholen (wozu es im Frühjahr 2019 dann auch kam).

Im November 2018 hieß es dann für mich Abschied von Blech inTakt nehmen. Natürlich haben wir uns dazu nach meiner letzten Probe noch etwas Zeit für einen angemessenen Abschlussumtrunk genommen. Dass es die wenigsten eilig hatten, schnell nach Hause zu kommen, passte in das Bild eines in jeder Hinsicht angenehmen Miteinanders und gegenseitigen Interesses, wie ich es letztes Jahr vom Frühjahr bis zum Herbst in Bockenheim erlebt hatte.

Wieder zurück in Berlin gehe ich gerne auf die Blech inTakt Home Page, wo ich noch immer auf dem Gruppenfoto des Posaunenchores gleich auf der Startseite zu sehen bin. Ich kann mich also noch immer dazu gehörig fühlen – wie schön!

Sich in der Fremde von Musikfreunden aufgenommen zu finden, schafft schnell ein Stück Heimat, auch wenn es nur für begrenzte Zeit ist. Blech inTakt hat mir diese geboten und meine Zeit in Bockenheim verschönert und bereichert. Ich wünsche den Bläsern und Bläserinnen alles Gute, schöne gemeinsame Stunden und musikalische Erlebnisse, die glücklich machen.

Wunderbar wäre es, wenn Blech inTakt auch bald einmal die Bundeshauptstadt musikalisch bereichern würde. Wann kommt Ihr? Ich bin gerne wieder dabei und helfe bei der Umsetzung mit…

Euer Erik

 

Und wieder ist ein Jahr vorbei, das merkt man spätestens, wenn die Weihnachtsgrüße von Laura und Hans Christoph aus Kanada eintreffen.


West-Creston Gothic sm Merry Xmas1


Hier ist noch ein Link zu einem Youtube Video über die "Gegend" der West- Kootenayes, in der sie leben:

http://www.youtube.com/watch?v=U8cj1H1ND_o

Weihnachtsgrüße aus Kanada

MerryChristmas and all the best for 2010

 Hans Christoph & Laura


HCB+Laura_hell


HCB+Laura_2_hell


Diese Bilder wurden beim "The Singing Christmas Tree" Konzert in Creston BC im Dezember 2009 aufgenommen.

 



Auch aus Kanada gibt es Neues:

Das Jahr 2008 neigt sich dem Ende, die diversen Weihnachtslieder liegen auf dem Notenständer und es ist Zeit für ein “update” aus der Neuen Welt - Canada.

Im Frühjahr diesen Jahres war ich wieder mal zu Besuch in Deutschland, diesmal mit meiner Partnerin Laura und natürlich gehört da ein (oder mehrmalige) Besuch(e) des Bockenheimer Posaunenchores  zum Programm.  Laura spielt Trompete in der Creston–Community Band, das liegt ca 1 1/4 Std  von Riondel wo ich wohne, am südlichen Ende des Kootenay Lake. Der Einfachheit halber haben wir nur ihr Trompeten- und mein Tubamundstück in den Koffer gepackt.

Bei unserem ersten Besuch in der Jakobskirche waren insgesamt 19 Bläserinnen und Bläser anwesend. Die Trompeter Reinhold und Rudi nahmen Laura unter ihre Fittiche, da Laura hier in Canada die Trompete in B spielt und alles transponieren musste. (Weiter kann ich das auch nicht erklären, deshalb spiele ich die Tuba, da muss ich nicht transponieren und kann spielen was auf dem Ständer liegt egal ob in Canada oder Deutschland!!!)

Wir waren zu insgesamt 3 Proben in Frankfurt und wie immer war das, wie “nach Hause zu kommen”: man setzt sich dazu und spielt einfach mit. Laura und ich hatten viel Spass während der Proben und beim gemeinsamen “after probing”, dem Ausklingen in einem Gartenlokal. In unseren “Community Bands” hier in Canada haben wir neben einigen Blechbläsern auch Saxophone, Klarinetten, Querflöten, Klavier und Schlagzeug und es ist schon ein anderes Erlebnis mal nur den wahren Blech (inTakt) Klang zu hören.

Leider mussten wir die Offerte ausschlagen, bei dem Konfirmationsgottesdienst in der Kirche mitzuspielen; wir waren an diesem Wochenende unterwegs nach Berlin.

Am 10 Juni 2008 flogen wir wieder gen Canada und hatten auf dem 9 stündigen Heimweg vom Flughafen in Vancouver sogar etwas Schnee auf einem der Pässe, die wir ueberqueren mussten.

Hier sieht mein musikalischer Wochenplan meist folgendermassen aus: Montagabend fahre ich nach Creston und spiele dort mit Laura in der “Creston Community Band”, Dienstagabend Probe in Riondel mit unserer Dixieband
http://www.youtube.com/watch?v=Z5tA9mUgv7A&feature=user
http://www.youtube.com/watch?v=X_PBC0COsic&feature=user,
Donnerstagabend Probe mit der dortigen Community Band, Freitagabends Probe mit unserem “Brassquintett” dazu diverse Auftritte in unserem local Pub in Riondel, “Bob's Bar & Grill”, zu Sommerfesten und natuerlich jede Menge Weihnachtsauftritte.

Im Sommer haben wir in Creston zu mehreren Veranstaltungen gespielt anlässlich des “BC 150th,” dh zum 150ten Geburtstag unserer Province British Columbia – ja das ist wirklich die “Neue Welt”, Gebäude, die hundert Jahre oder älter sind, sind eine Seltenheit. Ebenso spielten wir zum Eintreffen der Fackel des “World Harmony Run” in Creston. Der World Harmony Run ist ein weltweiter Fackellauf, der das harmonische Zusammenleben zwischen Menschen verschiedener Kulturen, Ländern und Glaubensrichtungen fördert. Hier ist ein Link zum Besuch in Creston und auf dem unteren Teil der Webseite ist ein YouTube Link, wo man die Crestonband (mit Laura und Hans) sehen und hören kann.
http://www.worldharmonyrun.org/canada/news/2008/britishcolumbia/1004

Am 12, 13und 14ten Dezember spielten wir mit 6 Bläserinnen und Bläsern aus Creston und Riondel bei Weihnachtskonzerten  in Creston unter dem Motto “The Singing Christmas Tree”mit. Der Chor, bestehend aus 37 Sänger/innen ist in einem 10m hohen Gerüst plaziert das wie ein Weihnachtsbaum aussieht. Die Weihnachtslieder sind ein Mix aus der ganzen Welt und natuerlich fehlt auch nicht “Oh Christmas Tree” (Oh Tannenbaum) und “Silent Night, Holy Night” (Stille Nacht, Heilige Nacht).

Wir wünschen Euch Allen in der “Alten Welt” einen Guten Rutsch und alles Gute für das kommende Jahr.

Hans- Christoph und Laura,

Riondel,  31. Dezember 2008
 

HCB+Lneu




Bläserasyl in Bockenheim

Im August vorigen Jahres (2007) verschlug es mich aus beruflichen Gründen für fünf Monate nach Frankfurt am Main, wo ich in einem Appartement in der Kiesstraße in Bockenheim Unterschlupf fand. Aber sollte ich da bloß abends anfangen? Jeden Abend Radfahren oder Kino ging nicht.  Außerdem litt ich abends immer unter „Sprachlosigkeit“, weil ich außerhalb des Büros niemanden kannte und mir dadurch die  Gesprächspartner fehlten.  Vor allem der Mittwoch- abend war ein Problem – zuhause war dann immer Probe im Posaunenchor Niedervellmar (bei Kassel) angesagt – und nun?

Also rauf auf’s Fahrrad und mal die Kirchen abgefahren. Erste Enttäuschung an der Markuskirche – da residiert jetzt das Posaunenwerk – aber kein Hinweis auf einen Posaunenchor. Also weiter zur nächsten Kirche – das war St. Jakobs an der Ginnheimer Landstraße. Volltreffer! Aus dem geöffneten Fenster hörte ich vertraute Töne – „Hej, Pippi Langstrumpf“ wurde geprobt.  Die Pfarrerin ließ mich ins Haus und mein Antrag auf Bläserasyl wurde von Notker spontan angenommen.

So waren die weiteren Monate in Frankfurt viel leichter zu ertragen.  Schon bei meiner wöchentlichen  Anreise am Montagmorgen freute ich mich  auf die Übungsstunde am Mittwochabend und die anschließende Einkehr in der Ginnheimer Höhe.  Vom ersten Tage an fühlte ich mich bei „Blech inTakt“ wie zuhause. Zumindest am Mittwoch wurde ich nicht mehr von Sprachlosigkeit geplagt und blieb außerdem blastechnisch so gut in der Übung, dass ich sogar am Adventskonzert meines Heimatchores in der Adventskirche in Niedervellmar teilnehmen konnte.

Zum Abschluss meiner „Frankfurt Zeit“ konnte ich dann noch an der Weih- nachtsfeier von „Blech inTakt“ teilnehmen, die mir in unvergesslicher Erinnerung bleiben wird – nicht nur wegen des guten Essens, sondern wegen der schönen Zeit mit euch allen, die damit zu Ende ging.

In der Hoffnung auf ein Wiedersehen

grüßt euch alle aus dem „kalten Norden“

Euer Günter

 

Aufgrund der doch recht großen Entfernung von Friedberg nach Frankfurt hat Sabine eine neue musikalische Heimat gesucht und mit der “Stadtkapelle Friedberg” auch gefunden. Am 5. Mai 2007 fand das alljährliche Frühlingskonzert statt. Einen Bericht darüber kann man hier nachlesen.
 

Henning hat in Rastatt einen neuen Job gefunden. Seit dem 31. Juli 2006 ist er dort Leiter der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte. Weitere Informationen gibt es hier.
 

Hans-Christoph hat es ja schon seit einigen Jahren nach Kanada in die Provinz British Columbia an den Kootenay Lake auf halbe Stecke zwischen der Kootenay Bay und Riondal verschlagen.

HCBKanada03


Auch dort kann er nicht ohne Tuba leben, wie die folgenden Bilder zeigen.

 

Markuskirche_180
Logo180x4303

Posaunenchor der

Evangelischen Gemeinde

Bockenheim

Kirchplatz 9

60487 Frankfurt am Main

letzte Aktualisierung
der Homepage am
2. September 2021

Jakobskirche_180
Logo_klein03